Sehr geehrte Damen und Herren,
in der Nacht vom 5. auf den 6. Februar um 4:17 Uhr verwüstete ein heftiges Erdbeben der Stärke 7,8 die Südtürkei und traf auch Syrien. Das Epizentrum lag im Bezirk Pazarcik, etwa 60 km Luftlinie von der syrischen Grenze entfernt. Das Erdbeben war so heftig, dass es im gesamten Nahen Osten zu spüren war, insbesondere im Libanon und auf Zypern.
Besonders betroffen sind in Syrien Aleppo, Idlib, Latakia, Hama, Tartus und Dschabla. Das Erdbeben trifft die Menschen in einer ohnehin schon schwierigen Zeit und verursacht Tausende Opfer und Verletzte sowie schwere Zerstörungen. Wenige Stunden später wurden viele Nachbeben und ein weiteres Beben der Stärke 7,5 registriert. Tausende Häuser wurden zerstört, Familien vertrieben und dem Wetter ausgesetzt – zu einer Jahreszeit, in der die Temperaturen regelmäßig unter dem Gefrierpunkt liegen. Es war das stärkste und tödlichste Erdbeben in Syrien seit dem Erdbeben von Aleppo im Jahr 1822.
Jüngsten Berichten zufolge haben mehr als 41.000 Menschen ihr Leben verloren (mehr als 35.418 in der Türkei und 5.814 in Syrien), mehr als 80.000 wurden verletzt. Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe, allein in Syrien sind mehr als 3,6 Millionen betroffen. Krankenhäuser, medizinische und Bildungseinrichtungen wurden beschädigt oder zerstört. Hinzu kommt die Cholera-Epidemie, die sich seit dem 10. September 2022 im Land ausgebreitet hat und besonders Kinder gefährdet.
Wir sind zuerst nach Aleppo gefahren. Seit den ersten Tagen wurde die notwendige „schnelle Hilfe“ – Nahrung, Medizin, Kleidung, Decken, Benzin und Diesel für Autos und Stromgeneratoren, Handschuhe, Mützen – an alle Menschen in Kirchen, Gemeindesälen, Schulen und Gärten verteilt, denn viele Menschen verbrachten Tage in ihren Autos; einige leben bis heute darin, weil sie große Angst haben.
Wir sammeln weiterhin Spenden und verschiedene Formen der Hilfe, um unser Land und alle Syrer, die Opfer dieser Katastrophe geworden sind, zu unterstützen – trotz der von der EU und den USA verhängten Sanktionen und Embargos. In einem nächsten Schritt sollen Familien, Studenten und Kinder materiell unterstützt werden, damit sie ihre Grundbedürfnisse decken und ihr Studium abschließen können. Unser nächstes Ziel ist das Gouvernement Latakia.
Wir danken Gott für all die Hilfe und Liebe, die wir von unseren Freunden und Geschwistern erhalten. Im Namen der Menschen, denen wir helfen konnten, danke ich Ihnen und ganz besonders dem Verein Orientalische Christen in Marburg e.V. und allen, die für Syrien beten und spenden. Wir beten für Sie alle und für den Frieden in der Welt.
Mit freundlichen Grüßen
Mayas Abboud, Archimandrit
Griechisch-Katholisch-Melkitische Kirche in Deutschland (Rum-Katholisch)
Niedermünstergasse 6, D-93047 Regensburg
Bilder aus Aleppo
Aleppo 2023
Aleppo 2023
Hilfe vor Ort
Hilfe vor Ort
Familien in Aleppo
Nächte im Freien
Zerstörung in Aleppo
Zerstörte Häuser
Kinder in Notunterkunft
Aleppo 2023
Hilfe vor Ort
Hilfe vor Ort
Hilfe vor Ort
Aleppo 2023
Aleppo 2023
Archimandrit Mayas Abboud